Haut- und Nagelpilzerkrankungen bei Diabetes

Petra-Perica-Biotype-MycoTYPE-SkinBereits 1998 wurde, im Rahmen des europaweit angelegten „Achilles-Projektes“, auch für Deutschland die bis dahin geltende Meinung, Nagelpilzerkrankungen beträfen nur ca. 2,4 – 4,7 % der Bevölkerung, revidiert. Schon diese generelle Untersuchung aller Altersgruppen ergab, dass  bei  12,4 % eine nachweisbare Fuß- oder Nagelpilzerkrankung vorlag. Mehr als 25,3 % der Erkrankten gaben auch an, dass sie sich durch die Erkrankung in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlten.[1]

Nagelpilzerkrankungen sind eine ernst zu nehmende Volkskrankheit!
Heute gehen verschiedene Autoren sogar davon aus, dass ab 65. Lebensjahr jeder zweite an einer Nagelpilzinfektion leidet.[2]
Und auch, wenn zu Beginn der Krankheit keine Beschwerden festzustellen sind, so wird doch aus dem zunächst geröteten oder juckenden Hautareal oder dem verfärbten Nagel nach und nach ein ernstzunehmendes und vor allem langwieriges Problem.

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Häufig beginnt die Fußpilzinfektion in den Zehenzwischenräumen und wird daher erst spät wahrgenommen.

 

Der Pilz fühlt sich wohl in unserer Haut
Pilzerkrankungen heilen nicht spontan. Der Erreger hat sich in die Haut oder den Nagel sozusagen „eingenistet“ und „lebt“ dort. Insbesondere beim „Wohnraum“ Nagel ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem reagieren kann sehr gering, da diese Region nicht von Blut und Lymphbahnen durchzogen ist. Das ist auch der Grund warum man den „Eindringling“ dort weder bemerkt noch aus eigener Kraft wieder los wird. Pilzerreger verstoffwechseln das Keratin der Haut, Haare (insbes. Kopf) und Nägel. Eine Substanz die der menschliche Körper immer wieder nachliefert.[3]

Ein Pilz für alle Fälle
Wissenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass ein und derselbe Erreger an verschiedenen Körperregionen Infektionen auslösen kann.  Der „harmlose“ Fußpilz wird zum Nagelpilz und infiziert dann andere Körperstellen oder den Kopfbereich.[2]
Dabei sind es nur einige, wenige Arten, die 80 % der Infektionen in Europa verursachen, doch Pilzerreger und Pilzsporen, so werden deren Überdauerungsstadien bezeichnet, sind nahezu überall zu finden. Sie sind direkt, von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch übertragbar, werden aber auch indirekt (Fußboden, Kleidung etc.) weitergegeben und können so auch andere Individuen (Mensch und Tier!) der Umgebung infizieren. [4]

Gut also, dass die Hautbarriere in den meisten Fällen die Pilze abwehren kann.

Die diabetische Stoffwechsellage begünstigt Hauterkrankungen
Beim Diabetes-Patienten verhält sich dieser Umstand anders. Die Barriere-Funktion der Haut ist beeinträchtigt und auch das Immunsystem ist in vielen Fällen geschwächt.

Durch Gefäß- und Nervenschädigungen der Extremitäten kommen – insbesondere im Fußbereich – noch eine verminderte Wahrnehmung und eine schlechtere Durchblutung hinzu. Ungünstige Faktoren, wie zum Beispiel Druckstellen, falsches Schuhwerk oder Fuß-Fehlstellung haben einen größeren Einfluss auf die Fußgesundheit als bei Menschen ohne Diabetes. Und auch Vorschädigungen der Haut sind, im Zusammenhang mit der diabetischen Stoffwechsellage, häufiger vorhanden als sonst.

All dies sind Faktoren die eine Pilzinfektion der Füße begünstigen, denn Pilze fühlen sich in „kühleren“ Körperbereichen, wie zum Beispiel an den Füßen, wohl und „besiedeln“ häufiger Haut oder Nagelareale die nicht intakt sind.[5]

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Fußpilzerkrankungen können sich ausweiten und große Hautareal befallen. Nicht selten geht der Erreger von der Haut auf den Nagel über.

Dermatophyten zerstören die Struktur der Haut, Haare oder Nägel
Dermatophyten (lat. Bezeichnung für Haut-, Haar- und Nagelpilz) zerstören die Struktur ihrer Umgebung. Auf der Haut bilden sich Rötungen, Entzündungen und Risse. Auch Haare und Haarwurzeln werden durch die Erkrankung spröde, sie brechen oder fallen aus. Nägel verfärben sich zunächst, sie verlieren ihre Festigkeit und Struktur und lösen sich nicht selten vom Nagelbett ab.  Allen Infektionserscheinungen ist gemein, dass sie die Barrieren des Körpers zerstören und damit immer auch immer gefährliche Eintrittspforten für andere Erreger darstellen.[5]

Nicht nur, doch insbesondere bei Patienten mit Diabetes ist schnelles handeln essentiell
Die Heilung einer manifesten Haut-, Haar- oder Nagelpilzinfektion kann Monate und beim Nagelpilz sogar Jahre dauern und mit einer ebenso langen Einnahme von Medikamenten einhergehen.[6]
Das muss nicht sein. Zu Beginn der Erkrankung sind viele Infektionen noch lokal therapierbar. Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft gibt in ihren Leitlinien vor, dass im Falle einer Nagelpilzerkrankung eine lokale Therapie indiziert ist, wenn weniger als 50 % eines Nagels befallen sind oder weniger als 3 Nägel von der Infektion betroffen sind. [6]

Selbst ist der Patient:
Beginnen Sie frühzeitig mit der Therapie!

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Nagelpilz kann zur Zerstörung aller Nägel führen und bedarf dann monate- oder jahrelanger Therapie.


Legen Sie gleich bei den ersten Symptomen los und untersuchen Sie ihren Erreger selbst. Mit MycoTYPE® Skin wird er schnell und sicher und festgestellt. Eine winzige Probe aus dem infizierten Bereich genügt um die Erreger-DNA im Labor nach zu weisen. Das Ergebnis ermöglicht jedem Arzt oder Apotheker die Therapie schnell anzugehen, sowie sicher und effektiv zu gestalten.

 

Quellen:

  1. Abeck, D. Haneke, E. Nolting, S. Reinel, D. Seebacher, C. (2000) Onychomykose Dt. Ärztebl. 97:A 1984-1986
  2. H.-J- Tietz, P. Nenoff (2012) Onychomykose Hautarzt 63:824-847
  3. Brasch J. (2010) Pathogenese der Tinea. J Dtsch Dermatol Ges 8: 780–786
  4. Gode Meyer-Chlond (2003) Die PTA in der Apotheke 32, 5:17-22
  5. Krause, Ingrid, Krause D., Arbeiten am Diabetischen Fuß, Wolnzach 2006, ITTER Fachverlag
  6. AWMF, Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: Onychomykosehttp://www.dmykg.de/fileadmin/download/Leitlinien/Onychomykose.pdf

Ein Gedanke zu „Haut- und Nagelpilzerkrankungen bei Diabetes

  1. Pilzinfektionen sind ein häufig auftretendes Krankheitsbild – gerade bei Diabetikern. Nicht nur Zehen, sondern auch Fingernägel können hiervon betroffen sein. Bei der Behandlung dieser Hautkrankheit sollten vorzugsweise antimykotische Produkte verwendet werden. Unbedingt auch einen Hautarzt aufsuchen. Dieser kann genau bestimmen um welchen Pilzerreger es sich handelt und gegebenenfalls Behandlungen einleiten.

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