Ansteckung durch Haustiere

Petra-Perica-Biotype-MycoTYPE-SkinIn Deutschland leben ca. 8,2 Mio. Katzen, 5,4 Mio. Hunde und 5,1 Mio. andere Kleintiere in den Haushalten. Diese Tiere übertragen nicht selten ihre Krankheiten auf ihre menschlichen Mitbewohner. Bei bakteriellen Infektionen scheint dieser Umstand allen Beteiligten bewusst zu sein. Bei Pilzinfektionen wird nur selten an das Haustier als Überträger gedacht [2].

Vielen Tieren sieht man die Hautpilzerkrankung nicht an
Katzen, Hunde, Ratten, Hühner, Schweine, Pferde, Igel, Meerschweinchen…, die Liste ist lang, und früher oder später hat wohl jeder mit einem dieser Tiere zu tun, die sich in der Liste der Pilzüberträger, der Autoren Prof. Nenoff und Prof. Brasch, finden [1,2]. Alle können mit einem Pilzerreger infiziert sein, doch nicht immer sieht man es ihnen an.

girl playing with pets - dog and cat. looking away. isolated
Bild 1: Zur guten Beziehung zwischen Mensch und Haustier gehört der Köperkontakt. Doch auch gesund aussehende Tiere können Pilzerreger übertragen.

Infektionen von zoophilen Erregern verlaufen oft schwerer
Die Pilzerkrankungen, deren Erreger von Tieren übertragen wurden, gelten als besonders virulent. Das bedeutet, dass die Krankheitsverläufe wesentlich schneller und schwerer verlaufen als bei durch Menschen übertragenen Erregern. Diese „zoophilen“ Erreger sind es auch, die nun immer häufiger bei Kindern zu finden sind [2] und unter dem Begriff „Kuscheltiermykosen“ zusammengefasst werden. Im Vordergrund stehen dabei in Deutschland die Hauskatzen. Sie sind oft für die Infektionen der Kopfhaut, des Gesichtes und des Körpers verantwortlich (Kuschelbereich). Betroffen sind insbesondere Kinder im Alter von 3 – 8 Jahren. Bei den Infektionen auf der Kopfhaut kommt es dabei nicht selten zu sehr schweren Komplikationen, die auch der Tatsache geschuldet sind, dass man zunächst nicht an eine Pilzerkrankung denkt.
Das Problem bei der Anamnese ist weiterhin, dass man den Überträgertieren den Befall gar nicht ansieht:  Bei in Deutschland untersuchten Katzen fand man bei 24,4 % der Tieren den Pilzerreger obwohl die Tiere ein gesund aussehendes Fell aufwiesen. Wesentlich häufiger ist der Befall bei streunenden Tieren in bestimmten Urlaubsgebieten: In Italien zum Beispiel, waren alle untersuchten streunenden Katzen mit dem Erreger infiziert [2].
An den maßgeblichen Erreger, Microsporum canis, sollte also insbesondere beim Auftreten von infizierten Stellen im Kopf-, Gesichts- oder Oberkörperbereich – nach Kontakt mit streunenden Katzen – gedacht werden.

Der Hamster, das Kaninchen, das Meerschweinchen…
In letzter Zeit wurde aber auch vermehrt Infektionen durch Trichophyton mentagrophytes festgestellt. Auch hier vermuten die Autoren die Infektionsquelle im häuslichen Umfeld. Der Erreger wird häufig von kleinen Nagern, wie zum Beispiel Meerschweinchen, Goldhamstern, Mäusen, Ratten, Kaninchen usw. übertragen, findet sich aber auch bei den üblichen Verdächtigen wie Hunden, Katzen, Pferden und Rindern…

boy plays with Guinea pig on meadow
Bild 2: Typisch für „Kuscheltiermykosen“ ist,
dass sie zunächst an der oberen Körperhälfte zu finden sind…

Komplikationen bei „Kuscheltiermykosen“ können vermieden werden, wenn der Erreger schnell und sicher erkannt wird.  Für die Analyse steht dem Arzt MycoDermQS zur Verfügung. Patienten die sich auf eigene Faust darum kümmern möchten können auf MycoTYPE® Skin zurückgreifen. In beiden Fällen steht der Erreger nach wenigen Tagen fest.

 

 

Quellen:

  1. Brasch J. (2010) Pathogenese der Tinea. J Dtsch Dermatol Ges 8: 780 – 786
  2. Nenoff P. et. al. (2012) Dermatomykosen durch Haus- und Nutztiere. Hautarzt 2012 63: 848 -858

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